1. – 4. Schuljahr

Franziska Peters

Radio

Medium in der Grundschule

Alte und neue Medien, analoge und digitale sind aus der Welt von Kindern kaum noch wegzudenken. Die Nutzung des klassischen Mediums „Radio eröffnet ungewöhnliche und interessante Zugänge zu diversen Unterrichtsgegenständen. In diesem Beitrag sollen die Potenziale von Radio als Bildungsressource aufgezeigt sowie der Einsatz im Unterricht exemplarisch dargestellt werden.

Potenziale auditiver Medien
Audiobeiträge sind vom Charakter her sprachlastige Medien. Ihre Rezeption beruht auf Sprachverarbeitung, und es ist kein alternativer visueller Input gegeben. Bilder treten also nicht in Konkurrenz zum auditiven Input. Die Rezipienten können sich voll und ganz auf das Zuhören und die sprachlich vermittelten Inhalte konzentrieren. Sie trainieren auf diese Weise also ihre Zuhörkompetenz, die im Unterricht zwar gefordert, aber selten gefördert wird (Bernius 2004). Die Bildungsstandards für das Fach Deutsch fordern beispielsweise neben dem Lesen und Schreiben auch die Kompetenzen Sprechen und Zuhören ein: Es soll verstehend zugehört sowie die Äußerungen anderer aufgenommen und sich mit diesen konstruktiv auseinandergesetzt werden (vgl. KMK 2005). Das Zuhören unterscheidet sich vom Hören, das heißt von der akustischen Wahrnehmung, die ein passiver Vorgang ist, da sich der Mensch Geräuschen kaum entziehen kann. Gesteuertes Zuhören hingegen ist eine aktive Handlung und muss gelernt werden (vgl. Knauf 2011).
Weiterhin sind auditive Medien, die sich für den unterrichtlichen Gebrauch als Lernmaterialien eignen, konzeptionell in der Regel mündlich, da sie Alltagssprache gebrauchen, kindgerecht und situativ erklären. Trotzdem bringen sie auch Fachbegriffe und bildungssprachliche Elemente mit ein, sodass sie auch konzeptionell schriftlich geprägt sind und ihre Rezipienten so von der Mündlichkeit in die Schriftlichkeit führen können. Im besten Fall unterstützt dies die Hörenden dabei, Fachsprache aktiv und passiv im Mündlichen sowie im Schriftlichen nutzen zu können.
Mithilfe auditiver Unterstützung kann darüber hinaus Kindern mit Schwierigkeiten beim Lesen geholfen werden, Inhalte und Aufgaben zu verstehen, ohne dass sinnentnehmendes Lesen notwendig ist (Rink 2014). Dabei soll jedoch nicht der Anspruch erhoben werden, das Lesen durch Hören zu ersetzen. Es soll lediglich punktuell unterstützt werden.
Das Kinderfunkkolleg
Das Kinderfunkkolleg des Hessischen Rundfunks (hr2) bietet Sendungen zu verschiedenen breit gefächerten Themen, die sich gut in den Unterricht einbinden lassen und liefert so einen interessanten Zugang zu unterschiedlichen Fächern. Im Oktober 2011 startete hr2-kultur für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 13 Jahren ein Kinderfunkkolleg als neues Radioformat in seinem Angebot für Wissen und Kultur. Es wird jeweils samstags gesendet und ist darüber hinaus über die Website des Hessischen Rundfunks abrufbar (www.kinderfunkkolleg-mathematik.de). Das Kinderfunkkolleg ist ein Angebot, welches Themen aus der Welt des Wissens mit verschiedenen Medien für Kinder verständlich und ansprechend darstellt. Dementsprechend weichen einige Aspekte von gewöhnlichen Radiosendungen allgemein bekannter Sender ab. Die Inhalte der Beiträge sollen nicht nur der Unterhaltung der jungen Zuhörenden dienen, sondern gleichzeitig auch Wissen vermitteln. Deshalb bieten die meisten Sendungen jeweils eine kleine Geschichte, in welcher das zu vermittelnde Wissen altersgerecht „verpackt wird. Alle Radiobeiträge des hr2-Kinderfunkkollegs haben eine Länge von 10 bis 12 Minuten und sind als Feature mit Originaltönen, Atmosphäre und Sprechertext angelegt. Ausgehend von einer Fragestellung, zum Beispiel „Wann ist ein Spiel fair?, kommen Experten zu Wort, werden Kinder interviewt oder mathematische Sachverhalte kurz referiert. Dabei kann der Beitrag im Sinne einer didaktischen Reduktion nur als Impuls dienen; alle Antwortfacetten können nicht in 12 Minuten erzählt werden.
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