1. – 4. Schuljahr

Elisabeth Wedeu

Immer diese Monster

Ideen für den Unterricht

„Immer diese Monster von Edith Schreiber-Wicke handelt in lustig-ironischer Weise von Ängsten, die Kinder oft unbegründet haben. Sie sehen nachts Monster, wo eine Topfpflanze steht oder ein Kleiderständer. Doch das Mädchen Svenja fürchtet sich nicht und lässt die Monster verzweifeln. Aber es gibt reale Gefahren, die es zu erkennen gilt. Das Buch vermittelt die Themen „Angst und „Mut kindgerecht für den Unterricht der Grundschule.

Darum geht es
Edith Schreiber-Wicke erzählt von einer Bande von drei Monstern und ihrem Chef „Big Monster. Sie verbreiten Angst und Schrecken. Die Monster personifizieren drei Ängste: Angst vor dem Alleinsein, vor der Dunkelheit und vor dem Einschlafen. Doch ein Kind hat praktisch nie Angst. Es ist Svenja, ein fröhliches, vielseitiges und mutiges Mädchen. Sie macht Judo, lässt sich abends ein Buch vorlesen und spielt viel mit ihrem Stoffhasen „Langohr.
Um ihn muss sich Svenja oft kümmern. Er kann die s-Laute noch nicht richtig sprechen, flüstert: „Ich glaube, da ift fon wieder ein Monfter. Langohr hat Angst vor allem Möglichen: vor Schatten an den Wänden, vor dem Kleiderständer, der im Dunkeln so unheimlich aussieht, und im Albtraum wäre er ohne Svenja völlig verloren.
Die Monster, die sonst bei allen Kindern „erfolgreich sind, wollen unbedingt auch Svenja Angst einjagen und treten nacheinander auf, um Svenja zu ängstigen. Doch die lässt sich von nichts beeindrucken. So identifiziert sie ein Monster als Schatten einer Topfpflanze, schaltet bei dem nächsten einfach ihre Taschenlampe ein, als ihr Langohr nachts einen bedrohlichen Schatten zeigt, oder sie rät dem zahngewaltigen Monster Beisser, das ihr und ihrem Stofftier im Traum begegnet, doch Zahnpastawerbung zu machen. Getreu dem Motto ihrer Mutter: „Lach sie aus, das vertragen Monster am allerwenigsten.
Die Monster scheitern mit ihrer Bösartigkeit an diesem aufgeweckten Kind. Das alles ist sehr lustig. Am Ende aber wendet sich die Geschichte. Der Schatten, der im letzten Kapitel plötzlich am helllichten Tag vor Svenja auftaucht, gehört keinem der drei Monster, sondern einem fremden Mann, der ihr anbietet, sie von der Schule nach Hause zu bringen. Während ihr Stoffhase Langohr diesmal überhaupt nichts bemerkt, erkennt Svenja sofort, dass sie in Gefahr ist und schreit so laut sie kann. Fenster öffnen sich, der Hausmeister sieht nach, was los. Und der Mann rennt weg.
Das macht die Lektüre besonders
Das Buch lebt von dem Gegensatz zwischen den dunklen Plänen der Monster und der fröhlichen, verspielten Naivität des Kindes. Das ist von Carola Holland auch malerisch dargestellt. Die Monster, die als allerdings wenig furchteinflößende comichafte Fabelwesen gezeichnet sind, halten sich immer im Dunkeln auf. Das Mädchen im Hellen, Bunten. Die Leserinnen und Leser haben mit Svenja Spaß daran, die Monster zu vertreiben und zu sehen, wie einfach das geht. Die Monster sind im Grunde die Dummen, die nur Macht haben, weil es Kinder gibt, die an sie glauben. Und die ihre Macht sofort verlieren, wenn Kinder sich nicht fürchten.
Anders ist die Schlusssequenz, die am helllichten Tag vor der Schule stattfindet. Hier ist auch kein Monster zu sehen, sondern nur der real gezeichnete Schatten eines Mannes. Jetzt reagiert Svenja anders, weil sie sofort begreift, dass dies eine echte Gefahr ist. Sie schreit. Und erzählt alles auch ihren Eltern, denn solche Gefahren kann man nicht mit Furchtlosigkeit vertreiben. Da darf man auch wirklich Angst haben und soll sogar schreien.
So können Sie mit der Lektüre arbeiten
Mit dem Buch „Immer diese Monster kann das Thema „Angst behandelt werden. Ich empfehle, das Buch den Kindern im Kreis sitzend vorzulesen. So können alle Bilder gezeigt werden. Die Kinder äußern sich nach der Lektüre zu dem Buch. Sicher sprechen sie dann auch über ihre Ängste und über erlebte beängstigende Situationen. Animistische, magische, irreale...

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