1. – 4. Schuljahr

Christoph Jantzen | Stefanie Klenz

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Ideen für den Unterricht

Henriette Sauvants bemerkenswerte Illustration des Klassikers der Brüder Grimm regt zu einer literar-ästhetischen Auseinandersetzung mit dem Märchen an, die weit über das „Leseverständnis hinausgeht. Diese Unterrichtsidee und das Lesebegleitheft stellen die Bilder in den Mittelpunkt.

Darum geht es
„Der Froschkönig ist eines der bekanntesten Märchen aus der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. WenigeMärchen sind so oft (um)erzählt, bebildert und verfilmt worden. So dürfte vielen Kindern in der Grundschule das Märchen in der einen oder anderen Form schon begegnet sein.
Sauvant wählt den Originaltext der Grimms aus der Ausgabe letzter Hand (1856) als Textgrundlage. Damit gerät auch die Originalhandlung in den Blick: die verspielte Prinzessin (Wie alt ist sie eigentlich?) und ihr Versprechen dem Frosch gegenüber; der strenge Vater, der auf dem Einlösen des Versprechens besteht und die vielleicht etwas bedrückende Szene, in der die Prinzessin in ihrem Schlafzimmer den Frosch (Aus Wut? Aus Hilflosigkeit?) an die Wand wirft und sich dieser in einen Prinzen verwandelt.
Das Bilderbuch nutzt auch den nur bedingt mit der Haupterzählung verbundenen Schluss, der von dem treuen Heinrich erzählt, der über Jahre auf seinen verzauberten Herrn gewartet hat.
Das macht die Lektüre besonders
Die Illustrationen von Henriette Sauvant geben dem altbekannten Text eine neue Dimension. Sauvant hat sich in diesem Bilderbuch für geheimnisvolle, ambivalente und neugierig machende Illustrationen entschieden, die viel Raum für eigene Entdeckungen lassen. Bemerkenswert sind die sehr differenzierten Darstellungen der Figuren, deren Gefühle über Gestik und Mimik zum Ausdruck gebracht werden, und die Bildperspektiven und Größenverhältnisse, die besondere Sichtweisen herausstellen. So sehen wir beispielsweise die Prinzessin, bevor sie den Frosch an die Wand wirft, als sehr junges Mädchen auf dem Bett stehend, in ihr Gesicht ist ihre ganze Verzweiflung „eingeschrieben. Als Betrachtende befinden wir uns fast in der Perspektive des Frosches, wir sehen zu der Prinzessin hinauf. Auf diese Art gestaltete Bilder fordern dazu heraus, sie mit den eigenen Vorstellungen des Erzählten abzugleichen.
Sauvant setzt zudem stark auf symbolische Darstellungen, zum Beispiel die Elemente einer Unterwasserwelt im Speisesaal des königlichen Schlosses (vgl. S. 20/21). Durch die vorsichtigen und auf mehreren Ebenen zu deutenden Bilder wird das Märchen auf einer anderen Ebene erzählt und es können in der individuellen Arbeit mit dem Lesebegleitheft Verstehensprozesse ermöglicht werden, die beim Hören oder Lesen des Märchens nicht denkbar wären.
So können Sie mit der Lektüre arbeiten
Mit diesem Lesebegleitheft wollen wir zur Auseinandersetzung mit dem märchenhaften Text einerseits und den Illustrationen andererseits anregen und die Kinder dabei zu Entdeckungen führen, inwiefern beide zusammenpassen.
Die Aufgabenformate sind zu einem großen Teil offen konzipiert und steuern nicht auf eine einheitliche Lösung hin. Gerade in der Vielfalt der Sichtweisen und Antworten der Kinder sehen wir einen besonderen Schwerpunkt für die Arbeit mit diesem Bilderbuch. Uns ist wichtig, dass die Kinder über ein Verstehen der Textoberfläche hinausgehen und die Arbeit mit Text und Bildern zu einem tieferen Verständnis führt. Dabei lohnt es sich, neben der Arbeit im Lesebegleitheft auch immer wieder Phasen des gemeinsamen Austauschs zu initiieren und gemeinsam über das Gelesene und Gesehene nachzudenken.
Vor dem Lesen
Zunächst geht es uns darum, die Bilder zu wecken, die bei den Kindern über den Froschkönig und das Märchen in den Köpfen präsent sind. Da fast alle Kinder das Märchen schon einmal in der einen oder anderen Form gehört oder gesehen haben, kann ein erster Schritt sein, danach zu fragen, wem etwas zu dem Begriff „Froschkönig...

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