1. – 6. Schuljahr

Gisela Kammermeyer

Gemeinsame Werkzeuge in Kita und Grundschule

Chancen und Realisierung gemeinsamer Bildungsdokumentationen

Kooperation zwischen Kita und Grundschule findet schon länger statt. Gemeinsame Bildungsdokumentationen werden als „Werkzeuge für eine lohnende Weiterentwicklung dieser Kooperation vorgestellt im Detail das Landauer Bildungs-Dokumentations-System „BiDoS.

Der Kooperation von Kita und Grundschule wird derzeit ein hoher Stellenwert beigemessen. Es wird davon ausgegangen, dass sich diese positiv auf die Lernwege der Kinder im Übergang auswirkt. Aber lohnen sich Zeit und Energie, die für diese Maßnahmen aufgebracht werden, wirklich? Gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass die Kinder davon profitieren? Sind bestimmte Maßnahmen besonders effektiv oder geht es hauptsächlich darum, dass überhaupt kooperiert wird?
Die Bedeutung der „Anschlussfähigkeit der Bildungsbereiche Kita und Grundschule und die Notwendigkeit der Stärkung der Zusammenarbeit der beiden Bildungsinstitutionen wurde von der Jugendministerkonferenz und der Kultusministerkonferenz im Jahr 2004 in einem gemeinsamen Beschluss hervorgehoben. Da daraufhin in vielen Bundesländern eine Verpflichtung zur Kooperation eingeführt wurde (Strätz 2010), ist die Kooperation von Kita und Grundschule mittlerweile nicht mehr nur vom Engagement der einzelnen Lehrkräfte und Erzieherinnen vor Ort abhängig. Auch an verstärkten Forschungsaktivitäten (z.B. im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts „Kooperation von Elementar- und Primarbereich, BiKS-Studie) und an aktuellen Publikationen (z.B. Faust 2013; Hanke, Backhaus & Bogatz 2013; Pohlmann-Rother & Franz 2012) ist zu erkennen, dass die Kooperation von Kita und Grundschule als wichtig angesehen wird.
Neben einer Einschätzung von momentan gängigen Kooperationen und dem Blick auf internationale Untersuchungen werden im Folgenden die vier deutschsprachigen wissenschaftlichen Verfahren, die für den Übergang auf mehrere Bereiche ausgerichtet und in Kita und Grundschule übergreifend einsetzbar sind, kurz vorgestellt und BiDoS, das Landauer Bildungs-Dokumentations-System, näher beleuchtet.
Formen der Kooperation
Bei der Umsetzung der Kooperation gibt es große Unterschiede hinsichtlich der durchgeführten Maßnahmen. Wie viele verschiedene Formen der Kooperation möglich sind, zeigt die umfassende Systematisierung von Lingenauber (2008, 200; vgl. Abbildung 1 ). Es versteht sich von selbst, dass im Einzelfall nicht alle Möglichkeiten realisiert werden können, eine Auswahl ist notwendig. Diese erfolgt vermutlich in den meisten Fällen aufgrund von Erfahrung und vorhandenen Ressourcen und nur selten auf der Basis von Forschungsbefunden.
Möglicherweise lohnen sich die Kooperationsmaßnahmen besonders, die am häufigsten durchgeführt werden. Hierzu liegen Ergebnisse aus den repräsentativen Studien von Liebers und Kowalski (2007) in Berlin und Brandenburg und von Hanke et al. (2013) in Nordrhein-Westfalen vor. Sie ergeben übereinstimmend, dass es nur noch wenige Schulen und Kitas gibt, die nicht miteinander kooperieren, die meisten haben mehrmals im Jahr miteinander Kontakt, die Häufigkeit der Kooperationsmaßnahmen ist Abb. 2 zu entnehmen.
Es zeigt sich, dass der Besuch der Kita-Kinder in der Grundschule mittlerweile offensichtlich zum Standard in Deutschland gehört. Das ist jedoch nichts Neues, er war bereits in den 1980er-Jahren weit verbreitet. Huppertz und Rumpf (1983, 101) berichten bereits, dass bei 82% der befragten Erstklassenlehrer eine Gruppe von Kindergartenkindern einen Besuch machte. Auch gemeinsame Feste und Veranstaltungen sowie Projekte und Aktionen werden häufig durchgeführt. Bei diesen traditionell bedeutsamen Kooperationsformen geht es um das Kennenlernen bzw. Vertraut-werden der Kindergartenkinder mit der Schule. Es stellt sich jedoch die Frage, ob es realistisch ist, von einzelnen Aktivitäten eine Wirkung auf die Lernwege der Kinder anzunehmen.
Es lohnt sich,...

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